Geschäftsbericht Spielrunde 1999/2000

Nach dem souveränen Aufstieg in die Kreisliga A und einigen hoffnungsvollen Neuzugängen wurde der FC Geißlingen von vielen Experten im vorderen Drittel der Tabelle erwartet. Trainer Thomas Roeder drückte jedoch auf die Euphoriebremse und nannte als Saisonziel Platz Neun bis Elf, also den Klassenerhalt.

Daß er mit seiner Einschätzung richtig lag zeigte sich in den ersten Spielen, als der FC Geißlingen gleich die rauhe Kreisliga-A-Luft zu spüren bekam. Im ersten Spiel mußte man beim Bezirksliga-Absteiger SV Eggingen antreten und kassierte eine 2:6 Niederlage. Das erste Heimspiel gegen den SV Ühlingen wurde ebenfalls mit 2:6 verloren. Obwohl sich die Mannschaft von Spiel zu Spiel steigerte, gab es im dritten Spiel in Horheim mit 1:2 die dritte Niederlage.

Es war also eingetreten, was man auf alle Fälle verhindern wollte, ein klassischer Fehlstart mit 0 Punkte und 5:14 Toren. Im nächsten Spiel gegen den Mitaufsteiger SV Nöggenschwiel war man bereits unter Zugzwang. Die Mannschaft hielt dem Druck stand und fuhr mit 1:0 den ersten Sieg ein. Danach folgte ein wichtiger 3:1 Auswärtssieg gegen den VfB Waldshut II. Im folgenden Klettgau-Derby gegen Tabellenführer FC Weisweil zeigte die Mannschaft eine hervorragende Leistung und erreichte ein hochverdientes 1:1 Unentschieden. Nach dieser Mini-Serie hatte man sich etwas Luft verschafft und belegte den 9. Tabellenplatz. Die Ernüchterung folgte beim nächsten Auswärtsspiel in Albbruck, als man nach desolater Leistung mit 1:5 unterging.

Es mußte nun im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn SV Berau unbedingt ein Sieg her. Doch leichtfertig verspielte man eine 2:0-Führung und kassierte eine unnötige Heimniederlage. Das nächste Auswärtsspiel beim SV Höchenschwand wurde deutlich mit 4:0 gewonnen.

Es folgte eine Serie mit drei unglücklichen Niederlagen, bei denen oft auch das nötige Quentchen Glück fehlte. Gegen AGS Lauchringen verlor man nach einer 2:1 Führung in der letzten Minute mit 2:3. Beim SV Buch verlor man trotz hochkarätiger Torchancen mit 0:2. Im folgenden Heimspiel wurde Tabellenführer TUS Weilheim über weite Strecken vorgeführt doch selbst die besten Torchancen wurden nicht genützt und man verlor mit 1:3.

Das letzte Vorrundenspiel bei der SpVgg Wutöschingen war richtungsweisend, man verlor mit 1:3 und mußte auf dem 12. Tabellenplatz überwintern, mit zwei Punkten Rückstand zum rettenden 11. Platz.

Trotzdem startete man zuversichtlich in die Rückrunde. Zum Einen glaubte man aus den Fehlern der Vorrunde etwas gelernt zu haben, zum Anderen hatte die Mannschaft verheißungsvollen Zuwachs durch Christian Müller, der vom FC Erzingen zurück kam, dem reaktivierten Christian Schilling und Öscyn Yarici von AGS Lauchringen. Zum Rückrundenauftakt hieß der Gegner zu Hause SV Eggingen. Man merkte der Geißlinger Mannschaft an, daß Sie etwas gut machen wollte, denn bis zum 0:2 in der 70. Min. wurde diszipliniert gespielt, doch danach viel die Mannschaft auseinander und verlor noch mit 0:4. Im folgenden Auswärtsspiel hatte man den späteren Meister SV Ühlingen am Rande einer Niederlage und verlor trotz bester Chancen höchst unglücklich mit 1:2. Da der SV Berau sein Auswärtsspiel beim SV Albbruck gewonnen hatte, war man bereits 6 Punkte vom rettenden 11. Platz entfernt.

Im Heimspiel gegen den VFR Horheim mußten nun unbedingt 3 Punkte her. Doch nach dem Spiel hieß die Schlagzeile im Alb Boten "FC Geißlingen lädt VFR Horheim zum Toreschiêßen ein". Nach einer sicheren 2:0 Führung kassierte man innerhalb von 7 Minuten 3 dumme Gegentore und verlor mit 2:3. Im nächsten Auswärtsspiel mußte man zum Tabellenelften SV Nöggenschwiel, auf den man bereits 8 Punkte Rückstand hatte. Nachdem man dieses sogenannte Schicksalsspiel mit 0:5 sang und klanglos verloren hatte, konnte man die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt begraben. Selbst auf den Relegtionsplatz, der vom VFB Waldshut II belegt wurde hatte man bereits 5 Punkte Rückstand. Nach einer deprimierenden Serie von 8 Niderlagen in Folge wurde der VFB Waldshut II zu Hause mit 2:1 besiegt. Es folgte ein 2:2 Unentschieden beim Lokalrivalen FC Weisweil und ein wichtiger 1:0 Heimsieg gegen einen starken SV Albbruck. Nach diesem energischen Zwischenspurt belegte man den 12. Tabellenplatz, den man unbedingt halten mußte, um das Minimalziel Relegation zu erreichen. Es folgten jedoch weitere Rückschläge, wie die 0:4 Niederlage beim SV Berau und das 1:1 zu Hause gegen den Tabellenletzten SV Höchenschwand. Im Spiel beim in der Rückrunde stark auftrumpfenden AGS Lauchringen sah man, was mit der richtigen Einstellung möglich ist. Mit dem letzten Aufgebot wurde beim 0:0 ein Punkt erkämpft. Nachdem man die beiden nächsten Spiele mit 1:2 gegen den SV Buch und mit 0:5 gegen den TUS Weilheim verloren hatte, sicherte man sich im letzten Spiel mit einem 2:1 Heimsieg gegen die SpVgg Wutöschingen endgültig die Teilnahme an der Relegation.

Es gab viele Gründe dafür, daß man den Klassenerhalt nicht direkt geschafft hatte. Sicher spielte auch das Verletzungspech eine Rolle, oder daß man oft keine Alternativen auf der Auswechselbank hatte. Doch letztendlich hat sich die Mannschaft in den entscheidenen Spielen gegen die Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt durch Unkonzentriertheit und Diszplinlosigkeit selbst um den Erfolg gebracht.

In der Relegation hießen die Gegner EX-Oberligist TUS Lörrach-Stetten und der im Vorjahr aus der Bezirksliga abgestiegene SV Obersäckingen . Doch was sich bereits in den letzten Spielen angedeutete hatte, gab in der Relegation den Ausschlag. Die Mannschaft war plözlich eine Einheit, jeder kämpfte für den Anderen. Im ersten Spiel mußte man auswärts beim TUS Lörrach-Stetten antreten, der als Favorit galt. Gut vorbereitet fuhr die Mannschaft, samt Trainer, Betreuer und einigen treuen Fans mit dem Bus nach Lörrach. Trotz widriger äußerer Bedingungen zeigte der FC Geißlingen eine hervorragende kämpferische Leistung und konnte nach dem wohl besten Saisonspiel den anvisierten Punkt mit nach Hause nehmen. Man hatte es nun im Heimspiel gegen den SV Obersäckingen selbst in der Hand. Nachdem der TUS Stetten in Obersäckingen mit 2:1 gewonnen hatte, mußte man zu Hause mindestens mit 2:0, oder mit 3:2 gewinnen um die Relegation zu gewinnen. Mit einem souveränen 6:0 Erfolg wurde der SV Obersäckingen nach Hause geschickt. Nach dem Schlußpfiff war der Jubel bei Spielern, Trainern, Funktionären und Fans riesengroß. Die Freude über den Klassenerhalt wurde mit einer Mega-Party in der Kabine, bzw. unter der Dusche bis in die Morgenstunden gefeiert. Besonders hervorgetan haben sich dabei mit Jo Jo und Captain Future unsere Jüngsten, die außer den aktuellen Sommerhits, wie Armin L. Kartoffelsack und Thomas Roeder Superstar auch Evergreens wie "Ein weißes Höselein" zum Besten gaben. Nach einer Runde mit vielen Rückschlägen hatte die Mannschaft ihre letzte Chance genutzt und wird auch in der nächsten Saison in der Kreisliga A spielen, was für die Zukunft des Vereins sicher sehr wichtig ist. Ich hoffe, daß Alle aus den Fehlern der vergangenen Runde gelernt haben, und daß uns im neuen Spieljahr eine solch nervenaufreibende Zittersaison wie die Vergangene erspart bleibt.

Die Spiele im Einzelnen:

Eggingen - Geißlingen 6:2;   Geißlingen - Ühlingen 2:6;   Horheim - Geißlingen 2:1;   Geißlingen - Nöggenschwiel 1:0;   Waldshut II - Geißlingen 1:3;   Geißlingen - Weisweil 1:1;   Albbruck - Geißlingen 5:1;   Geißlingen - Berau 3:5;   Höchenschwand - Geißlingen 0:4;   Geißlingen - AGS Lauchringen 2:3;   Buch - Geißlingen 2:0;   Geißlingen - Weilheim 1:3;   Wutöschingen - Geißlingen 3:1;   Geißlingen -  Eggingen 0:4;   Ühlingen - Geißlingen 2:1;   Geißlingen - Horheim 2:3;   Nöggenschwiel - Geißlingen 5:0;   Geißlingen - Waldshut II 2:1;   Weisweil - Geißlingen 2:2;   Geißlingen - Albbruck 1:0;   Berau - Geißlingen 4:0;   Geißlingen - Höchenschwand 1:1;   AGS Lauchringen - Geißlingen 0:0;   Geißlingen -  Buch 1:2;   Weilheim - Geißlingen 5:0;   Geißlingen Wutöschingen 2:1

Die Bilanz der 1. Mannschaft zum Rundenabschluß:

26 Spiele - 6 Siege - 4 Unentschieden - 16 Niederlagen   22 Punkte - Torverhältnis: 34:67

Bilanz der Relegation

2 Spiele - 1 Sieg - 1 Unentschieden - 4 Punkte - 6:0 Tore

Klassenerhalt in der Kreisliga A

Die zweite Mannschaft unter der bewährten Leitung von Manfred Zink und Günter Mülhaupt konnte den positiven Trend der vergangenen Runde fortsetzen. Zu einem vorderen Platz fehlte etwas die Konstanz, viele Spiele wurden nur knapp verloren. Höhepunkt der Saison war sicherlich der 6:0 Sieg beim Lokalrivalen FC Grießen II.

Bilanz in der Kreisliga C Staffel 6

Platz 7 22 Punkte 36:43 Tore

Die beiden Mannschaften der AH/Senioren sind ein wichtiger Bestandteil im Vereinsleben des FC Geißlingen. Ob beim Platzkassieren, bei Arbeitseinsätzen oder bei Veranstaltungen, Sie sind immer da, wenn Sie gebraucht werden. Wir hoffen, daß uns die beiden Mannschaften noch lange erhalten bleiben, und den Verein weiterhin kräftig unterstützen.

Im Jugendbereich unter der bewährten Führung von Jugendleiter Wolgang Frey waren in diesem Jahr 6 Jugendmannschaften, 2 davon in Spielgemeinschaft mit dem FC Grießen gemeldet.

Für den Verein als Schiedsrichter tätig waren Gerhard Gantert und Renato Marino.

Auch außerhalb des Spielbetriebes war beim FC Geißlingen in diesem Jahr wieder einiges geboten.

Zum ersten Mal seit 1994 veranstaltete der FC Geißlingen wieder einen großen 3-tägigen Vereinsausflug, mit dem sich der FC bei seinen Spielern, Funktionären und Fans für ihren Einsatz bedankte. Unter der Führung unseres Reiseleiters Frank "Ypsi" Mülhaupt fuhr man mit dem Zug über Basel nach Düsseldorf. Neben dem Besuch einer Variete-Schow, bei der unser Trainer Thomas Roeder plötzlich als Fänger und Werfer von Eiern ins Programm eingespannt war, stand eine ausführliche Stadtbesichtigung mit Besuch des Rheinturmes auf dem Programm. Daneben war noch genügend Zeit an der neu gestalteten "längsten Theke der Welt" in der Düsseldorfer Altstadt das berühmte Kölsch zu geniessen.

Der FC Geißlingen bedankte sich mit einer Jahrtausend-Abschlußfeierfeier am 11.12.99 im Gemeindesaal bei seinen Spielern, Trainern, Betreuern und Funktionären. Für Stimmung sorgte nicht nur Alleinunterhalter Guido. Die 2. Mannschaft begeisterte als mexikanische Gesangsgruppe mit dem Lied Speedy Gonzales. Viel Beifall erhielt die AH-Senioren-Gesangsgruppe für ihre musikalischen Darbietungen. Das Trainergespann Thomas Roeder und Marcel Kieliscek, mit Spielleiter Thomas Werne brachten mit ihrem Fünf-Akter "Herr Graf, es hat geläutet" den Saal zum Kochen. Höhepunkt des gelungenen Abends war der nicht ganz jugendfreie Auftritt der 1. Mannschaft mit dem Lied "Die Glocken von Rom".

Das neue Jahrtausend wurde am 1.1.2000 mit dem traditionellen Neujahrsempfang an dem Uli und Heidi die Bewirtung übernommen hatten, im Vereinsheim gefeiert.

Auch an Fastnacht war der FC wie jedes Jahr beteiligt.

Am Chellenabend führten Marcel Kieliszek, Thomas Roeder und Thomas Werne mit großem Erfolg ihren Kultsketch "Herr Graf es hat geläutet.." auf und hatten damit die Lacher auf ihrer Seite.

Schweren Herzens entschloß man sich auf den traditionellen Preismaskenball am Samstag abend zu verzichten, da das Interesse an dieser Veranstaltung in den letzten Jahren immer mehr nachgelassen hatte.

Viel Beifall erhielt der FC für seinen Zigeunerwagen beim Sonntagsumzug. Unter der Führung von Klaus Kübler und Christof Hartmann hatte man sich viel Mühe gegeben, den alten Traktor und den Wagen möglichst originalgetreu wie vor 20 Jahren schon einmal herzustellen und eine große Gruppe mit Scherenschleifern, Alteisensammlern und Kind und Kegel nahm daran teil. Aufgrund des großen Erfolges und des schönen Wetters nahm man am Fastnachtsmontag auch am Umzug in Grießen teil. Böse Zungen behaupten bis heute, daß man nur aufgrund Schiebung und dunkler Machenschaften bei der Beurteilung "nur" auf dem 2. Platz landete.

Im Rahmen einer Informationsreihe des Förderkreises der Haupt- und Werkrealschule Klettgau fand am Montag den 3. April im FC-Vereinsheim ein Drogeninformations- abend statt, bei der Betroffene gemeinsam mit einer Suchtberaterin über ihre Erfahrungen berichteten.

Wie in den Jahren zuvor traf man sich am 1. Mai zu einer gemeinsamen Wanderung mit anschließendem Abschlußhock im Vereinsheim.

Am 31. Mai veranstaltete der FC einen Tanz mit der Rockband Omikron in der Gemeindehalle. Die Veranstaltung war zwar nicht so gut besucht wie im Vorjahr, doch verlief alles in geordneten Bahnen und die Stimmung beim Publikum war ausgezeichnet.

Jeweils zu Beginn der Vor- und Rückrunde wurde das Info-Blatt FC G-Aktuell an alle Haushalte in Geißlingen verteilt, aus dem die Leser sich über die Spieltermine und sonstige FC-Neuigkeiten informieren konnten.

Zum Saisonabschluß veranstaltete der FC Geißlingen am 8. Und 9. Juni ein 2-tägiges Sommerfest. Am Samstag lud man zum AH-Klettgauturnier und konnte die Gastmannschaften des FC Erzingen, FC Grießen und FC Weisweil begrüßen. Beim Turnier, das zum zweiten Mal ausgetragen wurde, gab es spannende Spiele und erwartungsgemäß setzte sich der Favorit FC Erzingen, vor dem FC Grießen, FC Geißlingen und dem FC Weisweil durch und holte den von der Gemeinde gestifteten Wanderpokal. Nach der Siegerehrung durch den 1. Vorsitzenden Jürgen Mülhaupt feierten die Erzinger Spieler ausgelassen ihren Erfolg. Krönender Abschluß des 1. Tages war das A-Jugendspiel zwischen der Meistermannschaft von 1996 und der aktuellen A-Jugend der Spielgemeinschaft Geißlingen/Grießen. Das Spiel endete 2:2 und wurde im Elfmeterschießen vom A-Team 2000 gewonnen. Am sonntag ging es gemütlich und entspannt los, mit der Trachtenkapelle Albtal war für ein gelungenes Frühschoppenkonzert gesorgt. Zum Mittagessen im Festzelt fand sich fast das ganze Dorf, was den ganzen Einsatz des Festzeltpersonals erforderte. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Geißlinger Jugend. Von der C- bis hinunter in die F-Jugend zeigte der FC-Nachwuchs was er zu bieten hat. Alles in allem war das Sommerfest ein gelungener Saisonabschluß.

Zum Schluß meines Berichtes möchte ich mich im Namen des Vereins nochmals bei allen Aktiven, Trainern, Betreuern, Funktionären, allen Helfern hinter den Kulissen, sowie unseren treuen Fans bedanken. Der organisatorische Aufwand im Umfeld eines Fußball- vereins wird immer größer und fordert von Allen viel Zeit und Idealismus. Hoffen wir, daß dieser Idealismus erhalten bleibt und daß sich jedes Mitglied mit seinem FC G identifiziert, und seine Aufgaben im Dienste des Vereins erfüllt.

Geißlingen, 15. Juli 2000

Bernhard Nohl (Schriftführer)