Geschäftsbericht Spielrunde 2000/2001


Nachdem man in der vorhergegangenen Runde den Kreisliga A-Verbleib nur über die Relegationsspiele gesichert hatte, war das Ziel von Trainer Thomas Roeder für die neue Saison mindestens Platz 11. Dieser Platz würde auf keinen Fall eine erneute Relegationsrunde bedeuten.

Daß dieses Vorhaben aber mit der dünnen Spielerdecke schwierig werden würde, war allen Beteiligten klar. Als Neuzugang konnte man Thomas Walther vom SC Lauchringen sowie Tom Orthmann bis zur Winterpause verpflichten und einige hoffnungsvolle Jugendspieler konnten für die 1. Mannschaft freigemacht werden und sollten das Spielerkader ergänzen.

Im ersten Spiel der Runde traf man wie im Vorjahr auf den hohen Favoriten SV Eggingen und unterlag zuhause mit 1:3. Im Klettgauderby in Weisweil wurden die gegen Eggingen verlorenen Punkte aber wieder zurückgeholt und mit einer taktisch gut eingestellten Mannschaft gewann man überraschend 2:1. Im Spiel gegen AGS Lauchringen erkämpfte man sich ein 0:0 und auch im Spiel gegen den VfR Horheim holte man einen Punkt. Somit hatte man aus den ersten 4 Spielen 5 Punkte geholt und konnte eigentlich beruhigt zum SV Berau fahren, einem vermeintlichen Konkurrenten im Abstiegskampf. Nachdem man kurz nach der Pause mit 3:1 geführt hatte und weitere Chancen hatte, schien das Spiel schon gewonnen, aber die Berauer kämpften sich zurück und erzielten das 3:3. In der letzten Minute verschoß man einen Elfmeter und im Gegenzug erzielte der Gegner das 4:3. Daß dieses Spiel an den Nerven gezerrt hatte, zeigte sich im nächsten Heimspiel gegen den SV Rheintal. Mit einer sehr schwachen Leistung, allerdings auch stark ersatzgeschwächt, verlor man sang und klanglos 2:4 gegen einen weiteren Abstiegs-
konkurrenten. Gegen die Spvgg Wutöschingen trat man ebenfalls stark ersatzgeschwächt an und verlor mit 0:3.

Im Heimspiel gegen den SV Dogern mußte nun unbedingt ein Sieg her. Mit einem Elfmetertor von Thomas Röder kurz vor Schluß rettete man aber wenigstens ein Unentschieden. Kurze Zeit später konnten aber doch noch 3 Punkte aus diesem Spiel auf der Habenseite verbucht werden, denn das Spiel wurde am grünen Tisch gewonnen, da der SV Dogern nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt hatte. Beim nächsten Abstiegskonkurrenten SV Nöggenschwiel verlor man dann mit 1:4 .und auch im Heimspiel gegen den SV Jestetten verlor man mit 2:4. Die Niederlagenserie hielt auch im nächsten Spiel in Albbruck an, denn durch individuelle Fehler kassierte man innerhalb von 2 Minuten 2 Tore und verlor schließlich ebenfalls mit 2:4. Im letzten Heimspiel der Vorrunde erreichte man mit einem Tor in der letzten Minute wenigstens noch ein 1:1 und konnte so die miserable Heimbilanz etwas beschönigen. Da leider die Frau unseres Trainers starb, wurde dann das Spiel gegen Eintracht Stetten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und damit die Vorrunde abgeschlossen.

Lediglich 9 Punkte aus der Vorrunde, und davon noch 3 Punkte am grünen Tisch, war eine schwere Hypothek für die Rückrunde. Trotzdem ging es mit vollem Elan wieder zur Sache und man war optimistisch, den Abstieg noch zu verhindern. Und im Auftaktspiel gegen den SV Eggingen schien sich dieser Optimismus zu bewahrheiten. Mit einer Super-Einstellung gewann man durch 3 Tore von Christian Müller mit 4:2 , obwohl der Schiedsrichter der 12. Mann der Heimmannschaft war. Aber im nächsten Heimspiel - das Spiel fand allerdings in Erzingen statt - verlor man mit 0:2. Dieses Spiel hätte aber auch mit 0:6 oder 0:8 enden können, denn die Gäste aus Weisweil vergaben leichtfertig Torchance um Torchance und unser Torwart "Hansen" hatte zudem einen Glanztag erwischt.

Im nächsten Spiel gegen AGS Lauchringen wurde diese Scharte aber wieder ausgebessert und man gewann , wieder mit einer sehr guten Einstellung und einem Traumtor von Jay-Jay mit 2:1. Dieses Mal konnte die gute Leistung aber konserviert werden und man erreichte in Horheim ein hochverdientes 2:2. Gegen den SV Berau kam man dann endlich mit einem 2:0 zum ersten richtigen Heimsieg. Am Vorabend zu Karfreitag fand dann das Nachholspiel gegen die Eintracht aus Stetten statt. Aber diesmal stand der Name "Eintracht" bei der falschen Mannschaft. Mit einer taktischen Meisterleistung und einer sehr guten Mannschaftsleistung wurde Stetten in der letzten Minute mit 3:2 besiegt. Nach diesem Zwischenspurt schien es, daß man mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben würde, denn man hatte doch schon 9 Punkte Vorsprung auf den SV Rheintal und 7 Punkte auf den SV Nöggenschwiel.

Verlieren war jetzt im nächsten Spiel beim SV Rheintal unter allen Umständen verboten. Doch die Mannschaft hatte scheinbar innerhalb von ein paar Tagen das Fußballspielen, vor allem das Kämpfen total verlernt und verlor mit 3:0 in diesem so wichtigen 6-Punkte Spiel. Im Heimspiel gegen Wutöschingen konnte man das Spiel bis zur Halbzeit mit 2:2 offen gestalten, verlor dann aber in der 2. Halbzeit total den Faden und kassierte noch 4 weitere Gegentore. Durch 2 Tore von unserem Youngster Benjamin Binkert gewann man dann beim Fast Schon Absteiger Dogern mit 2:0. Jetzt hatte man die Chance zu einem weiteren Matchball, doch gegen den SV Nöggenschwiel reichte es in einem weiteren 6-Punkte Spiel nur zu einem glücklichen Unentschieden. Beim SV Jestetten musste man jetzt mindestens einen Punkt holen, doch der Schiedsrichter gab einen klaren Elfmeter gegen die Heimmannschaft nicht und so verlor man schließlich mit 0:2. Das nächste Spiel gegen den SV Albbruck mußte dann wegen einem Todesfall verschoben werden und somit hatte man Zeit, um sich nochmals zu besinnen und auf die letzten entscheidenden Spiele vorzubereiten.

Ein paar Tage gemeinsamer Urlaub in Barcelona schien die Mannschaft zusammen zu schweißen, doch weit gefehlt. Welche Leistung dann im Nachholspiel gegen Albbruck gezeigt wurde, war dann weit unter der vielzitierten Gürtellinie. Gegen eine Mannschaft, die eigentlich auch nicht gewinnen wollte, verlor man mit 1:3 und man konnte jetzt schon fast nur auf ein Wunder hoffen, damit man wenigstens in die Relegationsrunde kam. Aber das Wunder sollte nicht eintreffen.

Gegen den neuen Meister SV Buch konnte man wieder einmal mithalten, hatte aber schlußendlich kein Glück, denn alleine Thomas Röder und Christian Müller scheiterten insgesamt 3 mal vor dem leeren Tor und so verlor man mit 0:1. Im letzten Heimspiel gegen Stetten mußte jetzt unbedingt ein Punkt her oder man mußte auf Ausrutscher von Nöggenschwiel und Rheintal hoffen. Doch diese trafen nicht ein und man verlor gegen eine Mannschaft, die an diesem Tage eine Klasse-Leistung bot mit 1:5. Der Abstieg in die Kreisliga B war somit besiegelt.

Über die Fragen nach dem Warum muß vermutlich nicht lange diskutiert werden: Mit Sicherheit hatte man eine sehr dünne Spielerdecke, mit Sicherheit hatte man auch viel Pech mit verletzten Spielern. Aber wenn man gegen die beiden Abstiegskonkurrenten aus insgesamt 4 Spielen nur einen Punkt holt, - die Konkurrenten dagegen 12 bzw. 4 Punkte aus den selben Spielen - und wenn man einen Blick auf die Heimbilanz wirft (1 richtiger und ein geschenkter Sieg, 5 Unentschieden), dann darf der Abstieg nicht überraschen. Auch kann eigentlich nicht sein, daß man in Spiele gegen favorisierte Mannschaften hochmotiviert hineingeht, aber daß man sich gegen vermeintliche schwächere Mannschaften fast willenlos seinem Schicksal ergibt.

Bilanz in der Kreisliga A: 6 Siege - 6 Unentschieden - 14 Niederlagen -40: 59 Tore - Platz 13

Die zweite Mannschaft unter der bewährten Leitung von Manfred Zink und Günter Mülhaupt konnte den positiven Trend der vergangenen Runde fortsetzen. Bis zum letzten Spiel der Vorrunde war man noch punktgleich mit dem ersten, doch eine hohe Niederlage machte den Traum von einer besseren Platzierung zunichte. In der Rückrunde wurden dann mehrere Spiele verloren und so erreichte man am Ende Platz 6, punktgleich mit dem Fünftplatzierten.

Bilanz in der Kreisliga C: Platz 6 37 Punkte 45:32 Tore

Die beiden Mannschaften der AH/Senioren waren wie immer ein wichtiger Bestandteil im Vereinsleben des FC Geißlingen, denn durch ihre Unterstützung beim Platzkassieren, bei Arbeitseinsätzen oder bei Veranstaltungen konnte auch in dieser Runde ein vernünftiger Sportbetrieb aufrecht erhalten werden

Im Jugendbereich unter der bewährten Führung von Jugendleiter Wolgang Frey waren auch in diesem Jahr wieder 6 Jugendmannschaften, 2 davon in Spielgemeinschaft mit dem FC Grießen gemeldet.

Für den Verein als Schiedsrichter tätig war Gerhard Gantert

Mit der Jahresabschlußfeier am 09.12.00 im Gemeindesaal bedankte sich der FC Geißlingen bei seinen Spielern, Trainern, Betreuern und Funktionären. Traditionell sorgte Alleinunterhalter Guido für gute Stimmung , auch die 2. Mannschaft begeisterte mit der internationalen Hitparade das Publikum, vor allem der türkische Beitrag durch Fehdi riss die Zuhörer von den Sitzen. Auch die AH-Gesangsgruppe unter der Leitung von Ranger erhielt wieder viel Beifall. Höhepunkt der Jahresabschlußfeier war aber sicherlich die Verleihung des Ehrenamtpreises durch den Ex-Bezirksvorsitzenden Fritz Metzler an Engelbert Gantert für hervorragende ehrenamtliche Leistungen.

Traditionell traf man sich dann zum Neujahrstag zum Empfang im Vereinsheim, wo man mit einem kleinen Imbiss durch Uli & Heidi verwöhnt wurde.

Wie jedes Jahr beteiligte sich der FC am Chelleabend, die 1. Mannschaft übernahm den Barbetrieb und die 2. Mannschaft wiederholte die internationale Hitparade. Am Sonntag dröhnte dann der "Love-Parade"-Wagen des FC's durch das Dorf und auch im Vereinsheim wurde noch lange gefeiert. Natürlich beteiligte sich der FC-Wagen auch wieder am Fasnachtsumzug in Grießen.

Am 1. Mai traf man sich wie immer zu einer gemeinsamen Wanderung. Die 1. Mannschaft hatte am Vereinsheim zu einem Wanderhock eingeladen und so konnte man viele Fußballer aus umliegenden Vereinen begrüßen.

Am 23. Mai wollte der FC einen Tanz veranstalten. An diesem Abend fand das Champions-League Endspiel statt und weitere Umstände trugen dazu bei, daß bis um 22.00 Uhr nur 9 Zahlende (und dies Vereinsmitglieder) in die Halle kamen. So entschloß man sich, die Band unverrichteter Dinge wieder heimzuschicken. Daß das totale finanzielle Fiasko ausblieb, war nur dem Durst einiger Gäste zu verdanken, die nach dem Endspiel in die Bar kamen und den Sieg der Bayern feierten.

Jeweils zu Beginn der Vor- und Rückrunde wurde das Info-Blatt "FC G-Aktuell" an alle Haushalte in Geißlingen verteilt, aus dem die Leser sich über die Spieltermine und sonstige FC-Neuigkeiten informieren konnten.

Zum Saisonabschluß veranstaltete der FC Geißlingen am 7. und 8. Juli ein 2-tägiges Sommerfest. Am Samstag lud man die Geißlinger Vereine zu einer "Dorfolympiade" ein. Da es am Morgen in Strömen regnete, wurden die Spiele einfach ins Festzelt verlegt. Dies tat der Stimmung aber eher gut, zumal Wolfgang Frey die Spiele originell kommentierte. Am Abend fand dann der Fußballhit: Landfrauen - Vorstandsschaft FC Geißlingen statt. Unter der Leitung von Schiedsrichterlegende Manni Bauer, der diesmal allerdings eine recht einseitige Regelauslegung zu Tage brachte, und unterstützt von einer Cheerleadergruppe gelang es den Landfrauen, der Vorstandsschaft ein 3:3 abzutrotzen.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Jugend. Nach dem Frühschoppenkonzert mit der "Capos Band" und dem Mittagessen im Festzelt spielten alle Geißlinger Jugendmannschaften und konnten so den Besuchern zeigen, was sie in vielen Trainingseinheiten gelernt hatten

Zum Schluß meines Berichtes möchte ich mich im Namen des Vereins nochmals bei allen Aktiven, Trainern, Betreuern, Funktionären, allen Helfern hinter den Kulissen, sowie unseren treuen Fans bedanken. Ich hoffe, daß wir diese Unterstützung auch in der neuen Runde haben werden und daß sich jedes Mitglied mit seinem Verein, auch nach dem Abstieg in die Kreisliga B, identifiziert und dafür sorgt, daß der FC Geißlingen auch in Zukunft einen guten Namen hat.


Geißlingen, 21. Juli 2001
Gerhard Mülhaupt